Wie Schweden: Will König Charles das Königshaus verkleinern?

Wie Schweden: Will König Charles das Königshaus verkleinern?

- Yasmin Keller
Lesezeit: 3 min

König Charles III. (77) steht vor einer heiklen Zukunftsentscheidung für seine Familie: Soll er das britische Königshaus weiter verschlanken – so wie es Schweden und Dänemark bereits vorgemacht haben? Während in London seit dem Titelentzug für seinen Bruder Andrew Mountbatten-Windsor (66) im Jahr 2025 intensiv über mögliche weitere Schritte diskutiert wird, dienen andere europäische Monarchien vielen Royalfans als Blaupause. Dort wurden einigen Enkeln die Prinzen- und Prinzessinnentitel genommen, gleichzeitig erhielten sie mehr Freiheit für ihr eigenes Leben. Das Magazin Hello! nennt vor allem die Beispiele aus Stockholm und Kopenhagen als mögliches Vorbild.

In Schweden reduzierte König Carl Gustaf (79) bereits 2019 offiziell die Größe des Königshauses und strich dem Nachwuchs seiner Kinder Prinzessin Madeleine (43) und Prinz Carl Philip (46) den Status als "Königliche Hoheit". Die Kleinen tragen zwar weiterhin ihre Herzogstitel, müssen aber keine regelmäßigen offiziellen Termine mehr wahrnehmen. Prinzessin Madeleine erzählte bereits im Gespräch mit RTL News, dass diese Entscheidung seit Langem vorbereitet gewesen sei und ihr neue Möglichkeiten eröffnet habe. "Viele Monarchien in Europa machen das, und mit der Entscheidung sollten sie sich mehr auf meine Schwester, die Kronprinzessin, konzentrieren", erklärte sie weiter. Für Madeleine und Bruder Carl Philip bedeutet das: weniger Pflichten, mehr Raum für eigene Projekte fernab des strengen Hofprotokolls. In Dänemark setzte Königin Margrethe (85) einen ähnlichen Schritt und wandelte Anfang 2023 die Titel der vier Kinder ihres Sohnes Prinz Joachim (56) in Graf und Gräfin von Monpezat um – mit dem erklärten Ziel, den Enkeln mehr Gestaltungsfreiheit für ihr Leben zu geben.

Auch in Großbritannien hat es unter Charles bereits eine Zäsur gegeben: Der Monarch entzog seinem Bruder Andrew sämtliche königlichen Titel, nachdem dessen Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) erneut für Schlagzeilen gesorgt hatten. Ob es dabei bleibt oder ob der König – ähnlich wie seine skandinavischen Kolleginnen und Kollegen – auch bei weiteren Verwandten durchgreifen wird, ist bislang offen. Bereits anlässlich seiner Krönung 2023 ließ er geplante Kürzungen und Verschlankungen des Hofstaats durchblicken: Medien berichteten über Mitarbeiterentlassungen und -versetzungen.

Außerdem treten neben ihm und Königin Camilla (78) nur wenige Royals öffentlich auf. Jetzt sind vor allem Familienmitglieder im Gespräch, die keine Vollzeitaufgaben für die Krone übernehmen, darunter Prinz Harry (41) und Herzogin Meghan (44), aber auch Andrews Töchter Prinzessin Beatrice (37) und Prinzessin Eugenie (35). Für die junge Generation der Windsors wäre eine offizielle Verschlankung des Hofes nicht nur eine symbolische Veränderung, sondern könnte den Alltag stark beeinflussen: Weniger royale Pflichten würden ihnen die Möglichkeit geben, ihr Privatleben und ihre beruflichen Träume abseits des Palastes stärker selbst zu gestalten, während der harte Kern um Charles und den Thronfolger noch stärker im Fokus stehen würde.

König Charles III. beim Commonwealth-Day-Gottesdienstes in der Westminster Abbey in London am 13. März 2023
Getty Images
König Charles III. beim Commonwealth-Day-Gottesdienstes in der Westminster Abbey in London am 13. März 2023
Prinzessin Madeleine und ihre Familie, Juni 2025
Getty Images
Prinzessin Madeleine und ihre Familie, Juni 2025
Prinz Andrew mit Prinzessin Eugenie
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Prinz Andrew mit Prinzessin Eugenie
König Charles, Herzogin Meghan und Prinz Harry, 2019
POOL/AFP via Getty Images
König Charles, Herzogin Meghan und Prinz Harry, 2019
Wie findet ihr die Idee, das britische Königshaus zu verschlanken – ähnlich wie in Schweden und Dänemark?