Strafe zu hart? P. Diddys Anwälte legen Berufung ein
Sean "Diddy" Combs (56) zieht jetzt vor ein Berufungsgericht, um gegen seine Haftstrafe vorzugehen. Der Rapper wurde im vergangenen Jahr in einem zweimonatigen Prozess von den schwerwiegenden Anklagepunkten wegen Menschenhandels und RICO-Vorwürfen – ein Instrument zur Bekämpfung organisierter Kriminalität – freigesprochen. Er wurde jedoch in zwei Fällen wegen Beförderung zum Zwecke der Prostitution verurteilt. Dafür erhielt er eine Haftstrafe von 50 Monaten. Seine Anwälte legten laut TMZ nun am Freitag Berufung ein und argumentieren, dass das Strafmaß deutlich zu hart ausgefallen sei. Sie bezeichnen die Strafe als etwa viermal höher als üblich für Verurteilungen nach dem Mann Act im Zusammenhang mit Prostitution.
Die Verteidiger von Diddy, der seinen großen Durchbruch als Rapper und Produzent Mitte der 1990er-Jahre hatte, werfen dem zuständigen Richter vor, den Musiker für Verbrechen zu bestrafen, von denen er freigesprochen wurde. In der Klageschrift kritisieren sie scharf die sogenannte "acquitted conduct"-Strafzumessung (auf Deutsch etwa: Strafzumessung aufgrund freigesprochenen Verhaltens), bei der die Strafe aufgrund abgewiesener Vorwürfe für eine andere Straftat erhöht wird. Diese Praxis sei in der gesamten Rechtslandschaft umstritten. Die Anwälte bezeichnen die verhängte Strafe von 50 Monaten als eine "Verdrehung der Gerechtigkeit" und werfen dem Richter vor, sich wie ein "dreizehnter Geschworener" verhalten zu haben.
Das Anwaltsteam fordert nun vom Berufungsgericht, Diddys "sofortige Freilassung" anzuordnen und entweder einen Freispruch zu gewähren oder zumindest das Urteil aufzuheben und eine Neuverhandlung zur Strafzumessung anzusetzen. Der Rapper, der sieben Kinder mit vier verschiedenen Frauen hat, war im Juli vergangenen Jahres in zwei von fünf Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Monate später verhängte Richter Arun Subramanian dann die umstrittene Haftstrafe. Diddy, der wegen seiner Teilnahme an einem Drogenrehabilitationsprogramm wohl eineinhalb Monate früher entlassen werden wird, hatte sich stets gegen die schwerwiegenden Vorwürfe verteidigt. Er wurde letztlich in einigen Vorwürfen des Sexhandels freigesprochen.








