"Gute Gene": Jeffrey Epstein suchte angeblich "Baby-Mama"

"Gute Gene": Jeffrey Epstein suchte angeblich "Baby-Mama"

- Patricia Schlösser-Christ
Lesezeit: 3 min

Jeffrey Epstein (†66) suchte aktiv nach einer Frau, die ihm ein Kind schenken sollte – und das mit ganz bestimmten Anforderungen. Wie aus E-Mail-Korrespondenzen hervorgeht, die vom US-Justizministerium veröffentlicht wurden und unter anderem dem Magazin OK! vorliegen, bat der verstorbene Financier im Jahr 2011 die Hollywood-Publizistin Peggy Siegal um Hilfe bei der Suche nach einer geeigneten Frau. In einer E-Mail schrieb Jeffrey an die PR-Spezialistin: "Du schaust dich um und findest mir eine Baby-Mama." Der Unternehmer hatte dabei klare Vorstellungen: Er suchte nach "guten Genen" und Frauen, die "klug, hübsch und lustig" seien. Peggy, die damals 64 Jahre alt war, antwortete scherzhaft: "Wenn ich nicht 102 wäre, würde ich diesen Job in einer Nanosekunde annehmen." Jeffrey ergänzte daraufhin: "Ich brauche gute Gene. Klug, hübsch, lustig, wenn du fünfzig Jahre jünger wärst, hoppla, vierzig."

Die Publizistin, die unter anderem Steven Spielberg (79) und Harvey Weinstein (73) zu ihren Klienten zählte, hatte offenbar konkrete Vorstellungen, welche Art von Frau für Jeffrey infrage kommen würde. "Ich denke, das ist eine Position für eine Europäerin, die die Mentalität einer Geliebten (in diesem Fall Baby-Mama) versteht. Du brauchst jemanden, der jung ist, ohne große Karriere. Vielleicht eine Dauerstudentin, jemanden, der ausgehalten wird und einfach weiter studieren kann. Außerdem jemanden ohne große Familie. Eine Möchtegern-Society-Lady ist nicht der richtige Weg", schrieb sie zurück. In einer weiteren E-Mail bezog sich Peggy auf eine Reise nach Kenia und meinte, sie könne "ein kleines Baby für dich mitbringen … oder zwei. Jungen oder Mädchen? So wie Madonna", in Anspielung auf die Adoptionen der Popsängerin. Peggy behauptete später in einem Interview mit dem New York Magazine, sie sei in "Verleugnung" über Jeffreys kriminelles Verhalten gewesen und habe ihm geglaubt, als er nach seiner Verurteilung 2008 sagte, er habe "sein Verhalten geändert".

Ob Jeffrey tatsächlich jemals ein Kind gezeugt hat, bleibt unklar. Die kürzlich veröffentlichten Akten des Justizministeriums enthalten jedoch Hinweise auf mögliche geheime Nachkommen. Sarah Ferguson (66) gratulierte ihm im September 2011 in einer Nachricht zur Geburt eines "Baby-Jungen" und erwähnte, sie habe die Neuigkeit "vom Herzog" gehört – vermutlich Ex-Prinz Andrew (66). Ein Opfer berichtete dem FBI 2020, Jeffrey habe auf ein Foto einer blonden Frau am Strand gezeigt und sie als "die Mutter meines Kindes" bezeichnet. Ein Tagebucheintrag eines nicht identifizierten Opfers aus dem Jahr 2002 beschreibt zudem die Geburt eines Mädchens, das der damals 16- oder 17-Jährigen unter Aufsicht von Ghislaine Maxwell (64) angeblich kurz nach der Entbindung weggenommen wurde. Die Britin war nach Angaben der Autorin Amy Wallace eine zentrale Täterin in Jeffreys Missbrauchsnetzwerk und weit mehr als nur eine Helferin. Jeffreys Bruder Mark hat die Behauptungen über ein Kind wiederholt bestritten und erklärt, er hätte davon gewusst, wenn sein Bruder Nachwuchs gehabt hätte. Auch in Jeffreys Testament wurden keine leiblichen Kinder erwähnt.

Jeffrey Epstein auf einem von der US-Justiz veröffentlichten Foto
ActionPress
Jeffrey Epstein auf einem von der US-Justiz veröffentlichten Foto
Jeffrey Epstein auf einem von der US-Justiz veröffentlichten Foto
U.S. Department of Justice, DOJ
Jeffrey Epstein auf einem von der US-Justiz veröffentlichten Foto
Ghislaine Maxwell und Jeffrey Epstein in New York
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Ghislaine Maxwell und Jeffrey Epstein in New York
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