Vier Jahre Haft: Marius Borg Høiby will Berufung einlegen
Das Osloer Bezirksgericht hat Marius Borg Høiby (29), den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit (52), zu vier Jahren Haft verurteilt. Das Urteil wurde am Montagmorgen, dem 15. Juni, verkündet. Der 29-Jährige wurde unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen und Missbrauchs schuldig gesprochen. An der Urteilsverkündung konnte Marius aus gesundheitlichen Gründen nur per Videoschalte teilnehmen. Er sitzt derzeit in der Haftanstalt Ila ein. Noch am selben Tag kündigte seine Verteidigung an, Berufung gegen das Urteil einzulegen.
Sein Verteidiger Petar Sekulic begab sich direkt nach der Urteilsverkündung gemeinsam mit seiner Kollegin Ellen Holager Andenæs in die Haftanstalt. Gegenüber der norwegischen Tageszeitung Verdens Gang erklärte er, Marius sei "der festen Überzeugung, dass er der Vergewaltigungsvorwürfe eindeutig unschuldig ist". "Daher ist er sich ganz sicher, dass Berufung eingelegt werden muss", so Petar weiter. Gleichzeitig zeigte sich die Verteidigung erleichtert über eine Reihe von Freisprüchen: Zwei weitere Vergewaltigungsvorwürfe – die Vergewaltigung einer Frau auf den Lofoten sowie die Vergewaltigung einer Frau aus einem Hotel – wurden nicht bestätigt. "Er ist natürlich sehr erfreut über das, was wir als recht umfangreiche Freisprüche betrachten", so der Anwalt. Zudem stellte die Verteidigung nach der Urteilsverkündung erneut einen Antrag auf Freilassung. Begründung: der dramatisch verschlechterte Gesundheitszustand seiner Mutter Mette-Marit, die inzwischen auf der Warteliste für eine Lungentransplantation steht. "Die Verhältnismäßigkeit muss auch gegen die Situation der Mutter und ihren Wunsch, bei ihrem Sohn zu sein, abgewogen werden", betonte Petar gegenüber Verdens Gang. Marius sei es nach eigenen Angaben ein besonderes Anliegen, bei seiner Mutter sein zu können: "Was ihm jetzt wirklich wichtig ist, ist, seiner Mutter nahe zu sein."
Marius ist der Sohn von Mette-Marit aus einer Beziehung vor ihrer Ehe mit Kronprinz Haakon von Norwegen (52). Die Kronprinzessin hatte ihre Lungenfibrose-Erkrankung bereits im Jahr 2018 öffentlich gemacht. Der Fall ihres Sohnes hatte Norwegen seit dem Sommer 2024 in Atem gehalten, als erstmals Vorwürfe gegen Marius bekannt wurden. Bereits davor hatte er mehrfach Anträge auf Freilassung gestellt, die allesamt abgelehnt worden waren.









