Jeder kennt es und wirklich jeder hat schon mal einen Blick rein geworfen. Der Begriff "Trash-TV" ist in aller Munde! Am Freitag startet mit Promi Big Brother schon wieder das nächste Format - obwohl die letzten Formate wie Wild Girls oder Reality Queens auf Safari kläglich scheiterten. Warum das so ist, haben wir ja bereits analysiert. Was an diesen Sendungen für uns aber den Reiz ausmacht und was Trash-TV überhaupt ist, versuchen wir euch jetzt näher zu bringen.

Beschäftigen wir uns zunächst mit den Grundlagen, dem "Was ist das überhaupt?". Der Mensch ist schon immer geil darauf gewesen, sich die Probleme anderer Menschen anzuhören und diese sind umso besser, je "assiger" oder verwahrloster die Menschen mit den Problemen sind. Deswegen durften die Leute ihre Probleme im Fernsehen äußern, den Beginn machten dabei die Talkshows, genauer gesagt Hans Meiser (67) im Jahr 1992. Das war laut RTL eine "Sendung, in der Menschen zu Wort kommen, über die man sonst nicht redet." Damit war das Kind aus der Taufe gehoben. Es folgten unzählige Talk-Formate - mehr oder weniger erfolgreich - und das "Leute-mit-Problemen-beobachten" kam bei der breiten Masse gut an! Deswegen war es dann im Jahre 2000 endlich so weit: Aus dem immer tiefer sinkenden Niveau der Unterhaltungsindustrie wurde Big Brother geboren und brachte in seiner ersten Staffel heutige Stars wie Jürgen Milski (49) hervor.

So viel zu den Anfängen, doch was ist denn dieses "Reality-TV" überhaupt. In der Regel ist es ganz einfach: Man nehme einige Leute, egal ob prominent, semi-prominent oder (noch-) unbekannt und sperrt sie zusammen irgendwo ein, schickt sie weg oder lässt sie sich daten. Die auffälligsten Eigenschaften sind dabei laut dem Filmlexikon der Universität Kiel "Unhöflichkeiten, Beleidigungen, Demütigungen und Erniedrigungen durch markig auftretende Talkshow-Moderatoren und seitens sonderbarer Gäste und befremdlicher Experten untereinander, Slang und ‚Gossensprache‘, lautstarker Zank und verbaler Krawall um das Rederecht bei außer Kraft gesetzter Diskussionskultur, rechthaberische Streitereien um (oft dümmliche) Alltagsthematiken, Provokation und Anmache." Eine ganze Menge an Eigenschaften also, die man eigentlich im alltäglichen Leben nicht an sich selbst sehen will. Doch bei anderen sieht man es gerne, wie der ehemalige RTL-Chef es auf den Punkt brachte: "Wenn man sich friedlich unterhält, sehen weniger Leute zu, als wenn man sich gegenseitig anbrüllt."

Aber warum sehen wir es uns an? Schlichte Antwort: Weil wir es können! Das Angebot an Trash-TV-Formaten ist in den letzen Jahren explodiert. Die "Reality-Dokus" wie "Mitten im Leben" haben am Mittag die Talkshows abgelöst und am Abend spazieren Halb-Promis durch Afrika oder essen Insekten in Australien. Doch die Frage bleibt: Warum sehen wir uns das an?
Weil...
...wir es lieben, fremde Menschen in Exremsituationen zu sehen, in denen sie zum Beispiel Käfer oder ähnliches essen müssen
...wir es mögen, uns fremdzuschämen, zum Beispiel wenn Beate von Schwiegertochter gesucht sich an die Männer ranschmeißt, sich Ingo hinkniet und seinen Heiratsantrag verbockt (hier war es dämlich) oder jemand mit seinem Hund rumknutscht
...wir mit unverhofften Sympathieträgern mitfiebern, zum Beispiel Joey Heindle (20), der es durch seine unverbrauchte und naive Art geschafft hat, Dschungelkönig zu werden. (Seinen verbockten Heiratsantrag haben wir dabei sogar als süß empfunden)
...wir dagegen Leute, die wir nicht mögen, leiden lassen wollen, zum Beispiel Sarah Knappik (26) und Georgina Fleur (23), die so gut wie alle Prüfungen absolvieren mussten
...wir abgehalfterte Altstars lieben, die unbedingt zurück ins Rampenlicht wollen und dabei ihren guten Ruf riskieren
...unterschiedlichste Charaktere aufeinander treffen, die man sonst so nicht zusammen sehen würde, zum Besipiel ein Joey Heindle, der sich von Olivia Jones (43) zur Frau schminken ließ.

All diese Gründe und noch viele, viele mehr versüßen uns den Alltag und lassen uns solche Formate schauen. Wenn ein Format aber floppt, dann liegt das voraussichtlich an der falschen Zusammenstellung der Teilnehmer, (zu) unwürdigen Aufgaben (Wild Girls und Reality Queens!) oder schlicht daran, dass einfach nichts passiert und die Sendung somit einfach nur langweilig (Mama Mia) oder nur ein billiger Abklatsch ist.

Fazit: Die "traditionellen" Formate wie das Dschungelcamp oder Der Bachelor werden auch weiterhin gut laufen, neue Formate haben es dagegen schwer, sich auf dem Markt durchzusetzen. Promi Big Brother könnte aber Potential haben! Klar, schließlich fing damit auch alles an.

Hans Meiser, TV-Legende
Getty Images
Hans Meiser, TV-Legende
Waldbrand in Australien im Januar 2020
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Waldbrand in Australien im Januar 2020


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