Die Affäre um Jan Böhmermanns (35) Schmähgedicht zieht weitere Kreise: Nicht nur in den Medien und bei Politikern ist seine öffentliche Kritik an dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan immer noch ein brandheißes Thema, auch beim ZDF schlägt die Satire hohe Wellen. Denn die Kollegen des Komikers lehnen sich gegen ihren eigenen Sender auf.

Jan Böhmermann bei "Neo Magazin Royal"
ZDF / Ben Knabe
Jan Böhmermann bei "Neo Magazin Royal"

Nachdem die "Neo Magazin Royale"-Ausgabe mit dem umstrittenen Erdogan-Gedicht bereits kurz nach der TV-Ausstrahlung am 31. März für viel Aufsehen sorgte, entschied sich das ZDF nicht nur dazu, die pikante Szene aus der Wiederholung zu streichen, sondern auch aus dem Clip in der sendereigenen Mediathek zu löschen. Damit verschwanden die kritischen Zeilen der Show kurzerhand aus allen Wiederholungen. "Wir würden es begrüßen, wenn die 'Schmähkritik' vom Giftschrank wieder in die Mediathek gestellt wird. Als Dokument der Zeitgeschichte", fordern laut DWDL nun zahlreiche ZDF-Mitarbeiter in einem unternehmensinternen Rundbrief.

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Generell fordern sie vom ZDF stärkere Unterstützung für ihr Aushängeschild Böhmermann. "Eine ZDF-Sendung bewegt Regierungschefs und ersetzt ein juristisches Proseminar. Programmauftrag erfüllt", loben sie die Satire des 35-Jährigen. Damit erhält Jan Böhmermann nicht nur Rückendeckung von zahlreichen Promis, sondern auch aus den eigenen Reihen.

Jan Böhmermann
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Jan Böhmermann

Ein Sprecher des Senders bestätigte jetzt das Schreiben, teilte aber mit: "Das ZDF bleibt bei seiner Entscheidung, das umstrittene ‚Schmähgedicht‘ nicht mehr zu verbreiten, weil die Passage nicht den Qualitätsansprüchen und Regularien des ZDF entspricht."