Wer oder was ist eigentlich genau mit der "Firma" gemeint, von der Herzogin Meghan (39) sprach? Vor wenigen Tagen schockten Prinz Harry (36) und seine Frau die Welt mit einem Enthüllungsinterview. Dabei machten sie einigen Mitgliedern der Königsfamilie und dem Palast schwere Vorwürfe. Gleichzeitig machten die beiden aber auch immer wieder deutlich, dass sich ihre Kritik nicht konkret gegen die Queen (94) richte. Auch Prinz Charles (72) und Prinz William (38) seien selbst gefangen in dem System. Aber wenn die Queen, Charles und Co. nicht die Strippen ziehen, wer dann? Und was steckt hinter der sogenannten "Firma", die Meghan so hart kritisierte?

Der Name "Die Firma"
"Ich wüsste nicht, wie sie erwarten könnten, dass wir nach all dieser Zeit immer noch schweigen, obwohl die Firma eine aktive Rolle darin spielt, Unwahrheiten über uns aufrechtzuerhalten", erzählte eine sichtlich bewegte Meghan in dem Interview mit Oprah Winfrey (67). Der Begriff "die Firma" stammt allerdings nicht von der 39-Jährigen. Diesen Spitznamen verwendet die Königsfamilie bereits seit Jahrzehnten, um das System hinter den Palastmauern zu beschreiben. Erfunden hat diese Bezeichnung angeblich der Vater der Queen, König George VI. Er soll gesagt haben: "Wir sind keine Familie. Wir sind eine Firma."

Der Palast als Unternehmen
Ganz unrecht hatte der frühere König mit diesem Ausruf sicherlich nicht. "Es ist sehr schwierig, zwischen der Familie und der Maschinerie zu unterscheiden", meinte auch Historikerin Penny Junor gegenüber der New York Times. Alleine im Buckingham Palace sollen zurzeit über 400 Angestellte arbeiten. Von Pressesprechern über Butler bis hin zu Chauffeuren kümmern sich die vielen Mitarbeiter nicht nur um geschäftliche Aufgaben wie zum Beispiel öffentliche Auftritte und Staatsbankette, sondern auch um alle privaten Angelegenheiten der Royals. Selbst Einladungen an Familienmitglieder zu privaten Treffen laufen laut Penny Junor über Privatsekretäre und andere Angestellte. Eine klare Trennung zwischen Job und Privatleben gibt es nicht – und genau das haben Harry und Meghan in ihrem Interview immer wieder kritisiert. Dieses Bürokratiesystem aus Hunderten von Mitarbeitern in verschiedenen Bereichen hält demnach im Hintergrund zwar alles am Laufen, kontrolliert die Königsfamilie dadurch aber auch in ihren privaten Entscheidungen. Meghan erklärte sogar, man habe ihr im Palast ihren Pass und ihren Führerschein abgenommen. Außerdem sei ihr eindringlich geraten worden, während ihrer Schwangerschaft ihr Zuhause nicht zu verlassen, um nicht so häufig in der Presse zu erscheinen.

Das Verhältnis zur Presse
Ein wichtiger Kritikpunkt in Meghan und Harrys Interview war auch der Umgang des Königshauses mit der Presse. Denn auch dabei werden die Windsors laut Harry kontrolliert. Seine Familie müsse sich bei den Medienvertretern einschmeicheln für eine positive Berichterstattung. Charles, William und Co. lebten laut Harry sogar in ständiger Angst davor, dass sich die Presse gegen sie wenden könnte. Tatsächlich arbeitet der Palast bereits seit Jahrzehnten eng mit verschiedenen Journalisten zusammen. Der Fortbestand der Monarchie hängt schließlich stark von der öffentlichen Meinung über das Königshaus ab – und die wird wiederum durch die Medien beeinflusst. Dass durch die ständige Berichterstattung die Privatsphäre der Königsfamilie leide, sei laut Royal-Historiker Edward Owens ein unvermeidbarer Teil des Jobs. Dieses Opfer, das die Queen und ihre Familie erbringen, habe in der Vergangenheit immer wieder als Rechtfertigung für die vielen Annehmlichkeiten der Royal Family gedient – und sei genau das, was George VI. mit dem Begriff "Firma" meinte. "Die Firma bedeutet, dass die Familie an zweiter Stelle kommt. Die Pflicht und das Geschäft stehen immer an erster", erklärte Edward Owens.

Prinz Charles, Prinz William und Prinz Harry
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Prinz Charles, Prinz William und Prinz Harry
Queen Elizabeth II. und Herzogin Meghan
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Queen Elizabeth II. und Herzogin Meghan
Herzogin Meghan und Prinz Harry
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Herzogin Meghan und Prinz Harry
Prinz William, Prinz Harry, Herzogin Meghan und Herzogin Kate
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Prinz William, Prinz Harry, Herzogin Meghan und Herzogin Kate
Kanntet ihr den Begriff "Die Firma" in diesem Zusammenhang vor dem Oprah-Interview schon?1441 Stimmen
793
Ja, das ist doch bekannt.
648
Nein, das war mir völlig neu.


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