Wegen Penis-Akrobaten: Keine Konsequenzen für Stefan Raab
Der Auftritt eines Penis-Akrobaten in "Die Stefan Raab Show" hat für Stefan Raab und RTL keine rechtlichen Konsequenzen. Die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) hat das Prüfverfahren nun eingestellt, wie die Behörde gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur bestätigte. Im September 2025 hatte der Performer unter dem Titel "The Puppetry of Penis" in Stefans RTL-Show seinen Auftritt – unverpixelt und vor Live-Publikum. Dabei formte er mit seinen Genitalien verschiedene Figuren, was für ein breites Medienecho und zahlreiche Beschwerden gesorgt hatte.
Der Grund für die damalige Prüfung: Die Sendung lief um 20:15 Uhr im linearen Fernsehen, wo Inhalte für Zuschauer ab zwölf Jahren geeignet sein müssen. Bei einer expliziten Darstellung von Geschlechtsteilen wäre eigentlich eine Freigabe ab 18 Jahren vorgesehen. Auf dem Streamingportal RTL+ gilt tatsächlich eine entsprechende Altersfreigabe. Die NLM hatte geprüft, ob die Ausstrahlung gegen Bestimmungen zum Schutz der Menschenwürde sowie den Jugendschutz im Rundfunk verstieß. Nun verwies die Behörde auf die gesetzlich verbrieften "eingeräumten Grenzen des Beurteilungsspielraums" der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen – und stellte das Verfahren damit ein. Für Stefan und RTL bleibt der Vorfall damit ohne Folgen.
An der Show selbst hält RTL trotz schwacher Quoten fest. Nach den ersten Ausgaben im Herbst 2025 sanken die Marktanteile deutlich, im Februar schalteten zeitweise nur noch rund 380.000 Zuschauer ein. Dennoch glaubt RTL-Programmgeschäftsführerin Inga Leschek weiter an das Format. Im Spiegel erklärte sie: "Man braucht Menschen wie ihn, die für Gesprächsstoff sorgen. Besonders jetzt, da der Fernseh- und Streamingmarkt so fragmentiert ist wie noch nie. Wir müssen auffallen – und was Raab sich auch einfallen lässt, es löst Reaktionen aus." Nach einer ausgedehnten Sommerpause soll die Late-Night-Show im September mit einer neuen Staffel fortgesetzt werden. Der Penis-Akrobat, der übrigens schon zu TV Total-Zeiten bei Stefan aufgetreten war, dürfte dabei Geschichte bleiben – wenn auch eine, die die Behörden beschäftigt hat.








