Ghislaine Maxwell will Donald Trump um Strafmilderung bitten

Ghislaine Maxwell will Donald Trump um Strafmilderung bitten

- Sandra Janke
Lesezeit: 2 min

Ghislaine Maxwell (63) will US-Präsident Donald Trump (79) um eine Milderung ihrer Haftstrafe bitten. Die Unternehmerin, die wegen Sexualverbrechen an Minderjährigen zu 20 Jahren verurteilt wurde, sitzt derzeit im Bundesgefängnis FPC Bryan in Texas. Nach übereinstimmenden Berichten von NBC und CBS informierten Demokraten im Justizausschuss des Repräsentantenhauses den Präsidenten am 10. November mit einem Brief über die bevorstehende Eingabe. Demnach plane Ghislaine, einen Antrag auf Umwandlung der Strafe einzureichen, der von Donalds Administration geprüft werden soll. Ein Vertrauter von Ghislaine sagte dem Magazin People: "Niemand weiß, was der Präsident tun wird" und verweist damit auf die Ungewissheit in der brisanten Causa.

Die Demokraten verweisen laut CBS auf einen ihnen vorliegenden Brief, der zwei Möglichkeiten skizziert: Entweder Ghislaine beantrage persönlich eine Entlassung aus ihrer 20-jährigen Strafe – oder sie habe in der Regierung von Donald so viel Einfluss, dass das Justizministerium ihren Gnadenempfehlungen folge. NBC berichtet zudem unter Berufung auf einen Whistleblower, Ghislaine werde im Minimum-Sicherheitscamp in Bryan "concierge-ähnlich" behandelt. Die Bundesbehörde beschreibt die Anstalt als Einrichtung mit Schlafsaalunterbringung, wenig Personalkontakt und kaum Umzäunung – deutlich lockerer als ihre vorherige Station in Tallahassee. Scharf reagierte Sigrid McCawley, Anwältin mehrerer Jeffrey-Epstein (†66)-Betroffener, in einer Stellungnahme gegenüber People: "Die Nachricht, dass Ghislaine Maxwell eine Änderung ihrer Haftstrafe anstrebt, ist zutiefst verstörend und beleidigend für die Überlebenden von Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell", sagte sie. "Es wäre der größte Justizirrtum, Maxwell, einer verurteilten Sexualstraftäterin junger Mädchen, irgendwelche Privilegien zu gewähren", erklärte sie.

Aus dem Umfeld der Inhaftierten heißt es weiter, Ghislaine erwäge eine Aussage vor dem Kongress, wolle jedoch ohne Immunität ihr Aussageverweigerungsrecht nutzen. Nach Angaben von People traf sie sich bereits im Sommer mit dem stellvertretenden Justizminister Todd Blanche und sprach angeblich über rund 100 frühere Kontakte des Finanziers, dessen Tod 2019 im Gefängnis von Manhattan offiziell als Suizid eingestuft wurde. Donald soll Jeffrey gesellschaftlich gekannt haben, sein Name tauchte in den im Februar veröffentlichten Flugprotokollen des Generalstaatsanwalts auf. Ghislaine war in den vergangenen Monaten zudem für eine Aussage vor dem Kongress geladen, der Termin wurde jedoch verschoben.

Collage: Donald Trump, Ghislaine Maxwell
Collage: Getty Images, Getty Images
Collage: Donald Trump, Ghislaine Maxwell
Ghislaine Maxwell und Jeffrey Epstein in New York
Imago
Ghislaine Maxwell und Jeffrey Epstein in New York
Fotografie von Donald Trump und Jeffrey Epstein an Busstation in London, 2025
Getty Images
Fotografie von Donald Trump und Jeffrey Epstein an Busstation in London, 2025