"Das ist ein Skandal": Experten kritisieren Høiby-Urteil

"Das ist ein Skandal": Experten kritisieren Høiby-Urteil

- Promiflash Redaktion
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Das Urteil gegen Marius Borg Høiby (29) ist gefallen – und es sorgt weit über Norwegen hinaus für Aufsehen. Das Gericht befand den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) in zwei der vier angeklagten Vergewaltigungsfälle für schuldig: zum einen wegen eines Vorfalls bei einem Nachspiel im Keller des Schlossgutes Skaugum, zum anderen wegen einer Vergewaltigung einer Frau in den Zwanzigern im Westen Oslos am Palmsonntag 2024. Darüber hinaus wurde er wegen Misshandlung seiner Ex-Freundin Nora Haukland verurteilt. Die Strafe: vier Jahre Haft und Entschädigungszahlungen. Von weiteren Vorwürfen, darunter zwei weitere Vergewaltigungen sowie zwei Verstöße gegen ein Kontaktverbot, wurde er freigesprochen. Royal-Experten reagieren mit teils scharfer Kritik auf den Richterspruch. "Das ist ein Skandal. Vier Jahre für zwei Vergewaltigungen und die Misshandlung von Nora Haukland ist viel zu wenig", sagte die Schweizer Königshausexpertin Flavia Schlittler gegenüber dem Dagbladet.

Sie betonte zudem, dass viele Menschen auch die Höhe der Entschädigungszahlungen an die Opfer als Beleidigung empfänden. Flavia sieht in dem Urteil eine Tragödie für Mette-Marit: "Ihr schlimmster Alptraum ist wahr geworden." Auch Tove Taalesen, Königshausexpertin und ehemalige Lakaien des Schlosses, bezeichnete den Tag der Urteilsverkündung als "schweren Tag für die Familie" und betonte dabei: "Für eine Mutter und einen Stiefvater ist das in erster Linie eine Familientragödie." Jenny Alexandersson, Königshausexpertin der schwedischen Aftonbladet, hält das Urteil für historisch bedeutsam: "Das ist wahrscheinlich das erste Mal in Europa, dass ein Mitglied einer königlichen Familie wegen so schwerer Vergehen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde."

Das Urteil dürfte das Ansehen des norwegischen Königshauses belasten – daran lässt Flavia keinen Zweifel: "Das führt nicht zu einem institutionellen Kollaps, aber es schadet dem Ansehen der Monarchie erheblich." Die Expertin rät dem Königshaus zu Zurückhaltung und empfiehlt allenfalls eine kurze Erklärung von Kronprinz Haakon (52) über den Respekt vor dem Rechtsstaat. Caroline Vagle, Königshausexpertin bei Se og Hør, betonte gegenüber Dagbladet, dass "es zweifellos sehr speziell ist, wenn wir in eine Situation kommen könnten, in der wir eine Königin mit einem Sohn im Gefängnis haben". Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine deutlich härtere Strafe gefordert – sieben Jahre und sieben Monate Haft standen im Raum. Dass das Gericht nun auf vier Jahre erkannte, hatte bereits kurz nach der Urteilsverkündung Fragen aufgeworfen, ob Marius von seiner prominenten Herkunft profitiert habe. Noch am Tag der Urteilsverkündung gab Marius Borg Høiby bekannt, Berufung gegen das Urteil einlegen zu wollen. Das norwegische Königshaus äußerte sich zunächst nicht zu dem Urteil.

Marius Borg Høiby beim Jubiläum in Trondheim
Imago
Marius Borg Høiby beim Jubiläum in Trondheim
Marius Borg Høiby und Kronprinz Haakon beim 25-jährigen Thronjubiläum von König Harald in Trondheim, 23. Juni 2016
Imago
Marius Borg Høiby und Kronprinz Haakon beim 25-jährigen Thronjubiläum von König Harald in Trondheim, 23. Juni 2016
Marius Borg Høiby und Mette-Marit von Norwegen
Ragnar Singsaas/Getty Images
Marius Borg Høiby und Mette-Marit von Norwegen
Wie sollte das norwegische Königshaus jetzt kommunizieren?